Autor: Gustav

Ob bei uns immer alles so schön ist, wurde ich neulich auf Instagram gefragt? Hmh, denke ich und fange an zu überlegen. Ihr wisst ja, ich bin ein fröhlicher Hund. Sorgen kenne ich daher eigentlich nur aus Filmen oder wenn die Nachrichten laufen. Das passiert Gott sei Dank sehr selten und ich kann Euch meistens super entspannt in dieses pawfecte Hundeleben mitnehmen.

Trotzdem läuft auch bei uns nicht immer alles rund. Ganz im Gegenteil, auch hier ist mal Remidemmi, Krawall und Rambazamba. Mein Instagramkanal soll dennoch ein Ort bleiben, wo ihr kurz abschalten und lächeln könnt. Die anderen Themen bringe ich aber gerne hier mit ein. Quasi mehr Realität auf Instagram nur anders.

Hier kommen also meine Top 5 von Dingen, über die ich Euch noch nie berichtet habe:

Eine Nachbarin mag mich überhaupt nicht

Ich bin immer froh, wenn ich sehe, dass auch andere Leute Probleme mit ihren Nachbarn haben. Man denkt ja immer man ist der einzige mit solchen Sorgen, dabei herrscht unter jedem Dach ein Ach. Mein großes Ach ist eine sehr alte Frau ganz unten im Haus. Sie beobachtet jeden Pfotenschritt von Mama und mir, luschert hinter der Gardine und ihrer Tür, um ganz genau beobachten zu können, was ich den lieben langen Tag tue. Corona und der Lockdown haben das Ganze noch verschlimmert, denn wir können ja weniger oft das Haus verlassen und woanders hingehen. Richtig entspannen ist also nicht wirklich mehr, denn wir sitzen hier wie auf dem Präsentierteller. Sie schaut, wann wir kommen und gehen, was für Pakete wir bekommen, sie schubst auch mal und seit neuestem durchforstet sie unseren Müll, um zu überprüfen, wie gründlich wir recyclen. Was nicht in den Müll gehört, stellt sie vor meine Tür. Uff, nicht schön kann ich Euch sagen. Wir möchten natürlich gerne ausziehen, aber …

Niemand vermietet eine Wohnung an Mama und mich

Manchmal müssen Mama und ich herzlich lachen, wie wenig wir ins Schema passen. Das hatten wir uns vorher auch anders vorgestellt. Dabei waren wir immer artig, haben aufgepasst in der Schule, fleißig gelernt und was aus unserem Leben gemacht. Die Wahrheit ist aber, Mama und ich sind total unattraktive Kandidaten, für viele Dinge, die eigentlich nicht schwer sein sollten. Eine neue schöne Mietwohnung zum Beispiel, um der bösen alten Hexe von oben entfliehen zu können. Warum ist das so? Gründe gibt es mehrere und ihr dürft nicht darüber lachen. Jeder, der uns kennt, weiß, dass das Hanebüchen ist, aber Vermieter müssen langfristig denken:

  • Mama ist selbstständig, das heißt nur sie allein kümmert sich um unseren Unterhalt. Es gibt keinen Partner sowohl privat als auch beruflich, der ihr dabei hilft. Das heißt, wenn Mama krank wird, bricht alles zusammen. Für Vermieter ein zu großes Risiko.
  • Mama kann Kinder bekommen. Hui, eigentlich was Schönes. Aber auch hier gilt, wer verdient das Geld, um die Miete zu bezahlen, wenn Mama schwanger wird?! Ich leider nicht.
  • Mama hat mich. Ich bin ein großer Hund. Das ist für viele abschreckend. Egal wie süß ich schaue oder auch zeige, dass ich gut erzogen bin. No way. Hunde sind nicht erwünscht.

Ich kann das aus Vermietersicht total verstehen. Für uns ist es trotzdem doof. Wir machen es daher jetzt anders und möchten was kaufen. Wir sparen schon ganz doll. Ein kleines Häuschen nur für Mama und mich. Das wird schön und wir denken jeden Tag daran. Wenn es so weit ist, sagen wir natürlich Bescheid.

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Wie oft wir eigentlich auf der Straße angesprochen werden

Sobald Mama und ich das Haus verlassen, ist klar, dass wir Aufmerksamkeit erregen. Einen Basset sieht man halt nicht so oft. Trotzdem ist es immer noch befremdlich für mich, wie die Leute reagieren. Es schwankt eigentlich zwischen Tuscheln, auf mich zu stürmen, sich freuen und stehen bleiben, um zu gucken. Als ich noch ein Baby war, musste Mama mich sogar oft tragen, weil die Leute keine Hemmungen kannten und mich immer einfach angefasst haben. Das fand ich ziemlich doof, schließlich kannte ich keinen der Menschen. Heute ist es etwas besser, aber getuschelt wird trotzdem oft.

Ich bin ein langgezogener Dackel, unhygienisch, schmutzig, weil meine Ohren auf dem Boden schleifen, eine Qualzucht, hässlich und vieles mehr. Natürlich sind auch sehr sehr viele liebe Leute dabei, die sich freuen einen Basset zu sehen. Aber die bösen Kommentare sind immer wieder hart. Ob die das mit allen Lebewesen so machen, frage ich mich dann immer.

Ich habe mir dennoch mein sonniges Gemüt bewahrt und behandle jedes Lebewesen gleich. Es ist doch ziemlich egal, woher wir kommen oder wie wir aussehen. Hauptsache wir sind gute Wesen und respektieren einander.

Kleine Hunde beißen mich immer wieder

Unangeleinte Hunde, die nicht auf ihren Rückruf hören werden auf Instagram regelmäßig thematisiert. Auch ich bin einer, der sich darüber immer wieder darüber ärgern muss. Denn in meiner Welt ist Mama der Anführer. Sie beschützt mich, gibt mir was zu Essen und sorgt für Spiel und Spaß. Natürlich habe ich da auch immer ein Wörtchen mitzureden, aber ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich unser kleines Rudel nicht anführen muss.

Die Leine ist mein Schutzraum. Es ist superfrech, wenn da ein anderer Hund versucht einzudringen. Nicht nur, dass das meine Mama vor mir bloßstellt, es ist auch gefährlich. Leider scheinen das viele Hunde anders zu sehen. Deren Eltern lassen sie einfach machen.

Besonders die sehr kleinen (weißen) Fellnasen kommen super oft mit fletschenden Zähnen zu mir angeflitzt und versuchen meine Ohren zu erwischen. Von den Eltern kommt gerne nur „Der tut nix“. Ähm doch, er tut ganz viel und zwar Dinge, die sich nicht gehören. Wenn ich das umgekehrt machen würde, wäre Holland in Not. Schließlich bin ich sehr stark.

Gott sei Dank, bin ich vom Gemüt her, eher ausgeglichen und überlasse Mama die Führung. Es ist nämlich ihre Aufgabe mich zu beschützen. Also, ihr kleinen weißen Stinker, wundert Euch nicht, wenn Mama das nächste Mal zurückbeißt. Ich bin gespannt, wie ihr dann schaut.

Ich habe schon dreimal die Polizei gerufen

Noch unberechenbarer als kleine weiße Hunde sind Radfahrer auf dem Gehweg. Hui, ich kann Euch sagen, die geben ordentlich Gas. Ich muss daher immer darauf achten, ganz rechts außen zu gehen, um nicht doch aus Versehen umgefahren zu werden. Leider ist auch das keine Garantie, denn wir hatten bereits drei Unfälle mit Radfahrern, die Mama und mich an- oder umgefahren haben. „Wir Fußgänger müssten fliegen können“, sagt Mama immer. Dann hätten die Autos ihre Fahrbahn, die Radfahrer die Bürgersteige plus Radwege und wir anderen könnten sicher oben drüber fliegen. Ein zu schöner Gedanke, der sich (noch) nicht erfüllen lässt.

Das schlimmste an den Unfällen ist aber gar nicht, dass wir angefahren werden. Noch schlimmer sind die Reaktionen der Verursacher:

„Pass doch auf!“, „Schlampe, mach Platz mit Deiner Töle!“, „Ich hab` doch geklingelt.“ sind noch die harmlosesten Beschimpfungen. Nicht einer der Männer und Frauen hat sich jedoch entschuldigt oder gefragt, wie es uns geht. Auch die Polizei macht nichts. Sie kommt zwar sehr schnell, aber das wars dann auch. Bestraft werden die Radfahrer nie. Anscheinend ist es OK, wenn sie anderen wehtun. Nur wegen den Kraftausdrücken wird die Polizei hellhörig und wir können eine Anzeige erstatten. Nach drei Versuchen kann ich Dir aber auch hier sagen, es ist verlorene Zeit. Es passiert gar nichts im Nachgang und die Radfahrer machen unermüdlich weiter. Unsere blauen Flecken und Schürfwunden verheilen auch immer schnell, der Schreck darüber bleibt allerdings bestehen.

Du siehst, es geht bei uns genauso zu, wie bei vielen anderen auch. Unterkriegen lassen wir uns davon trotzdem nicht. Schließlich liegt es in meiner Hand, wie ich dem neuen Tag entgegentreten möchte, nicht wahr?

Also, pass auf Dich auf und bleib gesund.

Gusti

Bildquelle: Jeremy Moeller