Autor: Gustav the Basset

Hamburger Plattdeutsch für Jedermann

Listen and repeat!

So, Freunde der Sonne, jetzt mal Butter bei die Fische. Wir Hamburger leben nämlich nicht nur in der schönsten Stadt, der Welt, sondern haben auch eine ganz eigene Sprache, die jeden einfach fröhlich stimmen muss: Hamburger Plattdeutsch. Das glaubst Du nicht, dann überzeuge ich Dich gleich vom Gegenteil. Hier kommen nämlich plattdeutsche Vokabeln mit denen Du original, wie ein waschechter Hamburger klingst. Soll heißen, Deinen nächsten Hamburgtrip kannst Du mit diesem Wissen auf jeden Fall als getarnter Fischkopp absolvieren. Klingt gut? Ja, oder! Wo Du Dein neues Wissen übrigens am besten anwenden kannst, findest Du übrigens hier in meinem ausführlichen Hamburg Guide.

So, jetzt aber „listen and repeat“ und viel Spaß mit dieser kuddelmuddeligen unalphabetischen Vokabelübersicht.

M wie Moin

Die schönste und kürzeste Begrüßung inkl. einem herzlichen „Na, wie geht’s?!“ überhaupt. Das alles in vier kleinen Buchstaben versteckt. Du merkst schon, wir Nordlichter mögen es kurz und knackig. Moin Moin ist daher fast schon Gesappel.

Unser Moin hörst Du hier den ganzen Tag und ist nicht, wie viele glauben, nur auf die morgendlichen Stunden beschränkt. Wir Hamburger sagen Moin morgens, mittags, abends, 365 Tage im Jahr.

S wie Schlackermaschü

Oh, das ist ein Wort, das meine Uroma ganz häufig verwendet. Du errätst nie, was es bedeutet. Es ist nämlich ein sehr leckeres Puddingrezept aus Puderzucker, einem steifgeschlagenem
Eiweiß und rotem Saft. Kalorien pur, aber so herrlich süß und lecker. Der Pudding wird heute nicht mehr so oft gemacht, aber das Wort hört ihr schon noch regelmäßig. Meine Uroma verwendet es oft, wenn ich nicht ganz so zufrieden bin und es nur „gesunde“ Sachen zu essen gibt. Gemäkelt wird nämlich nicht, es kann ja nicht nur Schlackermaschü geben.

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A wie Angetüdert

Wenn du angetüdert bist, hast du einen kleinen Schwips. Prösterchen. Wichtig bei der Aussprache ist, dass ü schon laaaang zu ziehen. Das gibt dem Zustand nämlich das richtige Gewicht. Also, Wohlsein!

P wie Plietsch

Du bist klug, denkst um die Ecke und hast noch die Prise Charme dabei, dann bist Du ganz eindeutig plietsch.

Plietsch ist eines der schönsten norddeutschen Wörter, weil es so lustig von der Zunge geht und so viel mehr ausdrückt als nur klug zu sein. Ja, so sind wir hier oben im Norden: Sparsam und kurzangebunden. Sogar bei den Vokabeln. Wir packen ganz viele Infos in wenige Buchstaben. Plietsch, oder?

S wie Schnacken

Nicht lang schnacken, Kopf im Nacken, ist ein beliebter Trinkspruch hier bei uns und heißt so viel wie: „Hör auf zu reden und fang endlich an zu trinken. Prost.“

Schnacken ist keine förmliche Rede, die man auf Arbeit hält, sondern befasst sich eher mit den leichteren Gesprächen unter Freunden. Den besten Klönschnack hältst Du aber auf den Markt. Tratschen nennen das Nichthamburger glaube ich, aber mal ehrlich, klönschnacken klingt viel besser.

Vorsehen solltest Du Dich bei Schnackern. Die reden nämlich bloß dummes Zeug und das meiste davon ist nicht mal wahr.

D wie Dösbaddel

Als Dösbaddel ist man ein kleiner Dummkopf. Allerdings ist die Bezeichnung heute eher lieb gemeint, zum Beispiel wenn man mal was vergessen oder verwechselt hat. Das kann ja schon mal passieren, nicht wahr? So lange es also kein Dauerzustand wird, ist man doch gern mal ein richtiger Dösbaddel.

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B wie Butter bei die Fische

Wir Nordlichter sind auf Zack und haben wenig Zeit lange um den heißen Brei herumzureden. Butter bei die Fische ist daher unsere Art zu sagen, komm zum Kern und zwar zackig. Das Butter könnt ihr dabei richtig in die Länge ziehen, dann klingt es noch dramatischer. Vorm Spiegel laut üben hilft, damit ihr es auch definitiv draufhabt.

K wie Krüsch sein

Ok, das ist etwas, dass ich definitiv nicht bin, nämlich wählerisch beim Essen zu sein. Ich liebe eigentlich fast alles, was meine Hundemama mir vorsetzt und kann die nächste Mahlzeit kaum erwarten. Bei jemandem der krüsch ist, ist das komplette Gegenteil der Fall. Mama ist auf jeden Fall heilfroh, dass ich so ein dankbarer Essen bin. Yummy!

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N wie Nuckelpinne

Ein großartiges Wort. Manche behaupten frech, ich wäre auch eine Nuckelpinne, denen beweise ich aber in freiem Lauf gleich das Gegenteil. Eine Nuckelpinne ist nämlich ein sehr kleines und sehr langsames Auto. Da wärt ihr nie draufgekommen, nicht wahr?

K wie Kuddelmuddel

… ist das schönste Durcheinander, dass Du je erleben wirst.

T wie Na dann man tau!

Ich glaube, das ist gefühlt jeder dritte Satz an mich. Ich bin nämlich gerne so herrlich gemütlich. Manchmal muss es aber einfach schnell(er) gehen (besonders wenn Mama einen Termin hat und viel zu spät dran ist).
Los gehts oder Na, dann mal los ist wohl die beste Übersetzung, man tau erobert ihr aber jedes Hamburger Herz in Windeseile.

B wie Bangbüx

Ich bin ein ganz schöner Bangbüx, wenn Badetag ist. Dieses eklige Nass aus dem Duschkopf ist aber auch zum Fürchten. Du merkst schon, ein Bangbüx ist ein kleiner Angsthase, der sich am liebsten irgendwo anders verkriechen würde. Wer will das nicht am Badetag?

D wie Hamburger Deern

Ooooh, als Hamburger Jung weiß ich zu berichten, die Mädels hier sind spitze. Eine echte Hamburger Deern hat das Herz am rechten Fleck und spricht so herrlich übern spitzen Stein, das es eine Freude ist zuzuhören.
Die Hamburger Deern ist nicht zu verwechseln mit der gemeinen Dirne. Die haben wir hier zwar auch, aber in der Regel lässt die Deern ihre Kleidung an beim Arbeiten.

S wie Schietwetter

Unser Wetter ist berühmt. Besonders der Regen, der von allen Seiten kommt, schafft es immer wieder bei den Gesprächsthemen ganz oben mitzuspielen. Oben, unten, links und rechts; Bei Hamburger Schietwetter hilft auch kein Regenschirm. Du wirst einfach immer nass. Schietwetter ist eben richtiges sch* Wetter.

Kiek mol wedder in!

Herzlicher wird es selten bei uns Nordlichter. Das ist ist quasi eine Einladung mal wieder vorbei zu kommen. Idealerweise zum Klönschnacken.

Hab ich was vergessen? Bestimmt. Dann schreib mir immer gern. Mir fallen bestimmt auch noch welche mehr ein, aber damit bist Du auf jeden Fall bestens gerüstet und bereit für die Hansestadt.

Hamburg freut sich auf Dich.

Ahoi

Gustav

Bildquelle: Jeremy Moeller