Autor: Gustav the Basset

Der erste Pawfriend, dem ich Tschüss sagen muss

Die letzten Tage waren hart. Richtig hart. Wir haben so viel geweint und waren in Gedanken bei Menschen und Tieren, die wir nie zuvor getroffen haben. Dabei bin ich ja eigentlich ein durchweg fröhlicher Hund. Warum auch nicht?! Meine Welt ist schließlich nur schön und voller Abenteuer. Meistens zumindest. Doch das große Unwetter im Westen Deutschlands und die vielen privaten Bilder auf Social Media dazu haben die Not auch in unser Haus getragen.

Wir haben gefühlt, das gesamte Wochenende Päckchen gepackt und geschaut, wie wir aus der Ferne irgendwie helfen können. Schließlich wissen wir als Hamburger sehr gut, was es heißt, wenn das Wasser steigt und steigt und steigt.

Hinzu kam, dass ein lieber Pawfriend uns zeitgleich verlassen hat. Momo ist sein Name und eines meiner liebsten Hundeaccounts auf Instagram. Ähnlich wie die vielen Menschen in NRW und Rheinland Pfalz habe ich Momo nie getroffen, aber trotzdem bewegt mich sein Gang über die Regenbogenbrücke sehr. Genauso sehr, wie die vielen Bilder aus dem Unwetter-Gebiet.

Es gibt ja immer wieder Leute, die verteufeln Social Media. Ich nicht. Ich mag das Miteinander, den Austausch und das Grenzenlose. Es hat etwas Verbindendes für mich, dass mir Unbekanntes näherbringt; sowohl das Gute als auch das Schlechte.

Dieses Wochenende war vieles neu für mich, denn ich musste das erste Mal via Instagram Tschüss sagen. Ganz ehrlich, mir fehlt die Übung darin. Dabei ist nur wenige Tage zuvor meine zweite Podcastfolge online gegangen, die sich zufälliger Weise mit dem Versterben von Haustieren beschäftigt hat. Arndt Nietfeld, der Inhaber eines Haustierbestattungsinstituts erzählt uns darin, dass vor jedem Tschüss sagen im Idealfall immer auch ein „verdammt schönes Leben“ steht. An diese Worte musste ich heute Morgen denken. Wie recht er damit hat und wie wichtig, es ist jeden Tag zu genießen und das Beste herauszuholen. Momo hat das getan, und zwar in jeglicher Hinsicht. Er hat die ganze Welt bereist, hat mehrere Bücher geschrieben, war ein wunderbarer großer Bruder und hat seinen Menschen auf jede erdenkliche Weise glücklich gemacht. Es hat Spaß gemacht ihn die vielen Jahre zu begleiten und ich bin dankbar aus der Ferne zugeschaut zu haben. Wahrscheinlich ist es deswegen auch so schwer sich zu verabschieden. Man scheint sich ja irgendwie zu kennen. Aber selbst dies haben er und sein Hundepapa so großartig gemacht. Ich habe selten einen Beitrag gelesen, der so schön, traurig, ehrlich und liebend war, wie dieser hier im Beitrag. Es ist der Beitrag, in dem er uns angekündigt hat, dass der große Tag gekommen ist. Wir wussten alle schon eine Weile, dass es Momo nicht so gut geht. Aber wenn es dann so weit ist, mag man es dennoch nicht hören.

Ja, Momo hatte ein richtig tolles Leben mit allem was dazu gehört. Das ist auch die große Message von uns Fellnasen an Euch Menschen. Das Leben so anzunehmen, wie es kommt und das Beste daraus zu machen. Ganz egal, ob gerade alles unter Wasser steht oder wie bei uns im Norden die Sonne scheint. Denn das Schöne ist – und auch das haben Momo und die Menschen im Unglücksgebiet gemein – die Solidarität in den schlechten Zeiten. Wo so viel Unglück ist, ist auch immer ganz viel Liebe und Anteilnahme. Schaut mal unter die vielen Beiträge. Ihr findet dort (fast) ausschließlich herzliche Worte. Instagram, TikTok und Co waren voll mit Unterstützungsbekundungen, aufbauenden Worten und Mitgefühl. Das macht das Unglück nicht weg, aber es tröstet und es lässt einen wissen, dass die verdammt schönen Tage wiederkommen. Wenn das kein großer Mutmacher ist.

RIP, lieber Momo. Du rockst jetzt woanders weiter. Deiner Familie wünsche ich von Herzen ganz viel Kraft, genauso wie den vielen Menschen in NRW und Rheinland Pfalz. Wir schaffen das!

Bildquelle: Momos Website

 

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