Autor: Gustav

Über den Alltag einer Pflegehundmama 

Ich habe gestern Abend mit der Serie „Anne with an E“ auf Netflix begonnen. Für alle, die die Serie nicht kennen, es geht um ein junges Waisenmädchen, was nach langem Suchen endlich ein zuhause findet.

Ich habe das große Glück von klein auf an in meinem Finalhome angekommen zu sein. Ein Ort, wo ich das beste Hundeleben überhaupt führen kann. Wohoo. Thanks god for this, denn ich weiß, dass auch viele Hunde – ähnlich wie Anne with an E – auf der Suche nach einem zuhause sind.

Nun heißt es ja so schön, wer suchet, der findet auch. Daher möchte ich Euch heute jemanden vorstellen, der gemeinsam mit und für uns Fellnasen ein zuhause sucht: Franziska Palmberger ist genauso jemand. Sie hat selbst zwei süße Schnuffs – Bado und Pauli – und wohnt wie ich in Hamburg. Auf Instagram sieht man, wie die Drei täglich die Wälder und Wellen rings um Hamburg rocken und dabei einen Riesenspaß haben.

Was man auch auf Instagram sieht, sind Pflegehunde, denn Franzi und ihre Schnuffs sind eine Pflegehundstelle. Bitte was? Bis dato wusste ich überhaupt nicht, dass es so was überhaupt für uns Fellnasen gibt. Ich kannte das natürlich von Menschenwelpen, aber für Hunde? Nie gehört! Wem geht es genauso?

Infobox: Was ist eine Pflegehundstelle?

  • Ein Temporäres zuhause für Hunde und Katzen.
  • Die Tiere werden von dort aus in ihr Finalhome vermittelt.
  • Als Pflegehundstelle liegt die Verantwortung für das Tier zwar immer noch bei der Vermittlungsorganisation, Du kümmerst Dich aber darum, dass es dem Tier gutgeht.
  • Die Kosten für die Vermittlung trägt die Organisation.
  • Arztkosten werden ebenfalls von der Organisation getragen.
  • Die Kosten für das Futter sollte von der Pflegestelle getragen werden.

 

Ich habe also meine Mama angehalten, Franzi für unsere erste Podcastfolge (Link Spotify) zu gewinnen. Ich glaube nämlich viel mehr Leute sollten erfahren, was das ganz genau ist.

Gesagt getan und Mama hat Franzi vor ein paar Tagen ganz coronakonform via Skype getroffen. Das war ziemlich aufregend, nicht nur weil es das erste Mal war einen Podcast aufzunehmen, sondern auch, weil das Thema so spannend ist. Wir hatten natürlich tausend Fragen gleichzeitig. Was mich aber am brennendsten interessiert hat, ist wie Franzi immer wieder Tschüss sagen kann, wenn die kleinen Stinker wieder gehen. Das ist natürlich ein schöner Moment, denn schließlich gehen sie in ihr finalhome. Ich muss aber gestehen, dass es mir als großes Rudeltier schwerfallen würde, ein Familienmitglied ziehen zu lassen.

 

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Bleib doch hier würde ich immer wieder sagen und meine Hundemama so lange nerven bis sie ja sagt. Für solche Fälle, wie mich gäbe es sogar ein Wort; nämlich Pflegestellenversager. Hihi^^ Das bin ich gerne, so lange wir alle zusammen bleiben.

Wer mehr zu Franzis Alltag als Pflegehundstelle erfahren möchte, sollte unbedingt in unsere erste Folge reinhören. Es hat so viel Spaß gemacht und lernen kann man auch viel.

Podcast

 

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Infobox: Fragen, die Du Dir vorab als Pflegehundstelle stellen solltest

  • Ist Dein Zuhause dafür geeignet einen Hund aufzunehmen?
  • Hast Du die Zeit, um einen Hund bei Dir aufzunehmen?
  • Wie groß ist Deine Erfahrung mit Hunden?
  • Erlaubt Dein Vermieter Hunde?
  • Bist Du gewappnet, dass die Pflegehunde viele Baustellen haben können?

Was aber auch spannend ist, dass was Drumherum passiert. Wusstest Du zum Beispiel, wie viel Organisation nötig ist, um die Fellnasen zu vermitteln? Ich mein, der Hund muss ja oft erst aus dem Ausland nach Deutschland geholt werden. Franzis Hunde kommen zum Beispiel alle aus Spanien und Mallorca. Das ist nicht gerade um die Ecke und kostet richtig viel Geld. Ich persönlich finde es so schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich für uns Fellnasen einsetzen. Das macht die Welt ein Stückchen besser. Die Organisationen mit denen Franzi zusammenarbeitet heißen Pet Angels und SOS Mallorca. Sie arbeitet ganz eng mit dem Team zusammen, damit Nala und auch alle folgenden Hunde ihr zuhause finden.

Ich wünsche auf jeden Fall jeder Fellnase, dass sie so ein schönes zuhause finden, wie ich es habe. Das haben wir nämlich allesamt mehr als verdient.

Infobox: Was passiert vor der Einreise nach Deutschland?

Die Tierschutzorganisation trägt Sorge dafür, dass der Hund legal nach Deutschland einreist. Dafür gibt es EU-weit geltende Einfuhrbestimmungen. (Link)

Alle Transporte, die grenzüberschreitend innerhalb der EU durchgeführt werden, müssen beim TRACES (Trade Control and Expert System) angemeldet werden. Jeder Verein, der berechtigt ist, Tiere aus dem Ausland nach Deutschland einzuführen, hat eine TRACES-Nummer, die beim zuständigen Veterinäramt beantragt wird.

Ein Amtsveterinär checkt die Hunde vor der Reise.

Die Organisation stellt vor der Vermittlung sicher, dass der Hund artgerecht gehalten wird. Das beinhaltet, dass er Futter, Wasser, Auslauf und Sozialpartner hat. Der Hund wird medizinisch betreut, auf Mittelmeerkrankheiten getestet, bekommt alle Impfungen und Mittel gegen Flöhe und Zecken. Bei Auffälligkeiten und kranken Tieren werden weitere notwendige Behandlungen durchgeführt.

Die meisten Tierschutzvereine sind durch Spenden finanziert und die teils sehr kostenintensiven Behandlungen von kranken Tieren sind in keinem Fall durch die Schutzgebühr von um die 250 Euro gedeckt.

 

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